Werkvergleich der ersten in Deutschland industriell gefertigten Armbanduhrrohwerke mit Zylinderhemmung.
Zifferblattseitig unterscheiden sich die beiden Werke mit Zylinderhemmung im Wesentlichen dadurch, dass beim Kaliber 56 der Aufzug mit einer Winkelhebelfeder ausgestattet wurde. Der Einsatz größerer Hemmungsteile und der Ersatz des unteren Unruhklobens durch eine biegsame Metallzunge war bereits wenige Monate nach Beginn der Fertigung des Kaliber 51 1929/30 erfolgt.
Werkseitig kann man die Unterschiede bei dem Kaliber 51 zu dem Kaliber 56 eindeutig an der Form des Unruhklobens und dem Abstand zwischen Unruhkloben und Federhausbrücke erkennen. Letzterer ist bei Kaliber 56 deutlich größer.
Modell einer Damenarmbanduhr der Uhrenfabrik Aktiengesellschaft Glashütte i./Sa. (UFAG) mit Zylinderwerkkaliber 56 im Walzgolddoublegehäuse der Firma Rodi & Wienenberger, Pforzheim.
Dank umfangreicher Recherchen zur Entstehungsgeschichte der ersten Zylinderwerke für Damenarmbanduhren in der ersten Deutschen Uhren-Rohwerke-Fabrik AG UROFA in Glashütte, die nur durch die Unterstützung von interessierten Uhrensammlern und Uhrmachern möglich waren, können hier diese Werke dokumentiert und gezeigt werden. Dabei muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass es sich bei dem in dem Fachbuch "Glashütter Armbanduhren" von Kurt Herkner auf Seite 88 abgebildete Zylinderwerk nicht wie dort beschrieben um ein Werkkaliber 51, sondern um das Werkkaliber 56 handelt.
Der Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, stellt den derzeitigen Kenntnisstand dar und wird, wenn neue verifizierbare Erkenntnisse vorliegen, entsprechend ergänzt.
Glashütter Armbanduhren II; Autor: Kurt Herkner; Herkner Verlags GmbH; ISBN 3-924211-06-X
Uhrwerke und Armbanduhren der Urofa und Ufag Glashütte/Sa.; Autor: Werner Heinrich; Fachzeitschrift: Klassik Uhren 6/2008 S. 38-44